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Aufgabe und Ziel
Die Berufsschule vermittelt in den Fachklassen des dualen Systems in unterschiedlichen Bildungsgängen die für einen bestimmten Beruf erforderliche berufliche Grund- und Fachbildung in Verbindung mit einer erweiterten Allgemeinbildung.

Berufsschulpflicht
Durch den Besuch der Berufsschule erfüllen die Schüler/innen ihre Berufsschulpflicht nach § 9 des Schulpflichtgesetzes.

Auszubildende, die vor Vollendung des 21. Lebensjahres eine Ausbildung beginnen, sind für die gesamte Dauer der Ausbildung zum Besuch der Berufsschule verpflichtet (Berufsschulpflicht). Wer nach Beendigung des 21. Lebensjahres eine Berufsausbildung beginnt, ist während der Ausbildungszeit zum Besuch der Berufsschule berechtigt.

Auszubildende desselben Berufes werden in Fachklassen zusammengefasst. Für bestimmte Ausbildungsberufe, für die es nur wenige Auszubildende gibt, werden Kreis-, Bezirks- oder Landesfachklassen eingerichtet.

Jugendliche ohne Berufsausbildungsverhältnis besuchen die für ihren Wohnort zuständige Berufsschule bis zum Abschluss des Schuljahres, in dem sie das achtzehnte Lebensjahr vollenden.


Die Bildungsgänge der Fachklassen dauern in der Regel 3 bzw. 3½ Jahre. Sie können sich entsprechend der Festlegung der Ausbildungszeiten in den Ausbildungsordnungen ver-kürzen oder verlängern.


Unterrichtsorganisation
Die Stundentafeln der Berufe sind in den berufsbezogenen Lernbereich, den berufsübergreifenden Lernbereich und den Differenzierungsbereich gegliedert.

Die Fächer des berufsübergreifenden Lernbereiches sind Deutsch/Kommunikation, Politik/Gesellschaftslehre Sport/
Gesundheitsförderung und Religionslehre.
Die Fächer des berufsbezogenen Lernbereiches richten sich nach den jeweiligen Ausbildungsschwerpunkten.
Im Differenzierungsbereich können – je nach den Möglich-keiten der einzelnen Schule – Schülerinnen und Schüler ihre Kenntnisse und Fertigkeiten ihren individuellen Fähigkeiten und Neigungen ergänzen, erweitern und vertiefen.

Der Unterricht findet in der Regel an 2 Tagen in der Woche statt.

Aufnahme
In die Fachklassen der Berufsschule werden Schüler aufgenommen, die sich in einem Berufsausbildungsverhältnis befinden; der Kultusminister kann zulassen, dass in Einzel-fällen auch Schüler ohne ein Berufsausbildungsverhältnis in eine Fachklasse aufgenommen werden.

Berufsschulabschluss
Der Berufsschulabschluss wird unabhängig vom Berufsabschluss zuerkannt, wenn die Leistungen am Ende des Bil-dungsganges in allen Fächern mindestens mit ausreichend bewertet werden oder in nicht mehr als in einem Fach mangel-haft sind. Schüler/-innen, die den Berufsschulabschluss nicht erreicht haben, können zu Beginn des folgenden Schuljahres eine Nachprüfung ablegen.

Gleichwertigkeit von Abschlüssen
Der Berufsschulabschluss ist dem Sekundarabschluss I – Hauptschulabschluss nach Klasse 10 – gleichwertig.

Neben dem Berufsschulabschluss wird Schülerinnen und Schülern der mittlere Bildungsabschluss (Fachoberschulreife) zuerkannt, wenn sie eine Berufsschulabschlussnote von mindestens 3,0 („befriedigend“) erreichen, die Berufsabschlussprüfung bestanden und die für den mittleren Bildungsabschluss notwendigen Englischkenntnisse nachgewiesen haben.